STROMBÖRSE LEIPZIG

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In gewissem Umfang findet ein tatsächlicher physischer Warenhandel statt. Das bedeutet, dass eine bestimmte Menge Strom oder Gas zum Beispiel zu einem vorher festgelegten Preis zu einem vorher festgelegten Datum geliefert wird. Finanzverträge hingegen beinhalten keine physische Lieferung von Waren, sondern nur eine finanzielle Abwicklung.

An Börsen wird zwischen Kassa- und Terminmärkten unterschieden. Auf dem Spotmarkt wird gehandelt, wenn zwischen Kauf und Lieferung nicht mehr als ein Tag liegt. Auch dieser Markt lässt sich in zwei Segmente unterteilen: Intraday (Kauf und Lieferung am selben Tag) und Day-Ahead (Lieferung am Folgetag). Im Gegensatz dazu umfasst der Futures-Markt den Handel mit längerfristigen Produkten, die als „Futures“ oder „Forwards“ bekannt sind. Die wöchentlichen, monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Produkte dieses Marktes dienen hauptsächlich der Preisabsicherung. Ein Kraftwerksbetreiber kann beispielsweise durch den frühzeitigen Verkauf einer bestimmten Strommenge einen Gewinn sichern. Gleichzeitig kann ein Händler diese Option nutzen, um seine Beschaffungskosten im Voraus festzulegen.
Damit unser Stromsystem weiterhin einen hohen Anteil erneuerbarer Energien nutzt, ist der Handel an einer Börse notwendig – Peter Reitz, Geschäftsführer der Energiebörse EEX in Leipzig.

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Handel zur Unterstützung der Energiewende
Doch Handelsplattformen wie die 2002 gegründete Leipziger Energiebörse bieten laut EEX-CEO Reitz noch mehr. Sie seien auch ein Faktor der Energiewende: „Um sicherzustellen, dass unser Stromsystem weiterhin mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien betrieben wird, ist der Handel an einer Börse erforderlich.“ Auch an Energiebörsen findet der Handel mit europäischen CO2-Emissionsrechten statt.
Das europäische Emissionshandelssystem hat einen wesentlichen Vorteil: Es integriert den Klimaschutz in den marktwirtschaftlichen Prozess. Jede Tonne Kohlendioxid, die von der Industrie emittiert wird, erfordert ein Zertifikat.
Dieses ist handelbar, und der Preis eines Zertifikats schwankt an der Börse. Emittenten haben drei Möglichkeiten: ihre zugeteilten Zertifikate nutzen, zusätzliche Zertifikate auf dem Markt kaufen oder ihre Emissionen reduzieren und die eingesparten Zertifikate verkaufen. Dieses Verfahren schafft Anreize für Unternehmen, in den Klimaschutz zu investieren und CO2-Zertifikate einzusparen. Je nachdem, was für sie am wirtschaftlichsten ist. Aufgrund des Wettbewerbs auf dem Energiemarkt profitieren sowohl Unternehmen als auch Verbraucher von diesem Ansatz.

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